Blutsaugern gezielt an den Kragen gehen Rote Vogelmilbe mit flüssiger Kieselsäure wirksam bekämpfen Unter den Insekten im Geflügelstall stellt die Rote Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae) die größte Gefahr dar. Die Hühnermilbe ist eine der wirtschaftlich bedeutendsten Ektoparasiten in der Geflügelhaltung. Sie kann eine große Anzahl von Krankheiten auf Tiere übertragen. Dazu gehören wichtige pathogene Erreger wie z.B. Salmonellen. Deshalb ist es wichtig, diese Gefahrenquelle zu bekämpfen. nur möglich, wenn Blut vom Hauptwirt Geflügel aufgenommen wird. Wichtige Auf-enthaltsorte außerhalb der Reichweite der Hühner sind tagsüber Sitzstangen, Nester und unter den Gitterrosten. In diesen Verstecken legen die adulten (aus-gewachsenen) Milben gerne ihre Eiernester an. Aus den Eiern schlüpfen bei einer ent-sprechenden Temperatur von 20 bis 30°C nach ca. zwei Tagen kleine sechsbeinige Larven. Die Larven entwickeln sich in kurzer Zeit weiter zu achtbeinigen Nymphen (junge Milben). Aufgrund von idealen klimatischen Bedingungen im Stall kann sich eine adulte Milbe innerhalb von sieben bis zehn Tagen komplett aus einem Ei entwickeln. Vor der Behandlung müssen die Rückzugsorte der Milben ausfindig gemacht werden. Um den Milben keine Chance zu lassen, ist die flüssige Gebrauchslösung von Desintec M-Ex Fluid oder M-Ex Profi 80 auf die Stalleinrichtungen auszu-bringen. Diese rasante Entwicklung erklärt auch den Massenbefall auf vielen Betrieben im Frühjahr und Sommer. Auf Problembetrie-ben sind sogar tagsüber Milben auf den In größeren Ställen ist die Anwendung von Desintec M-Ex Profi 80 empfehlenswert. Die flüssige Zubereitung aus Pulver und Wasser kann mit einer Weißelspritze oder mit einer leistungsstarken Technik eines Kooperationspartners im unbelegten Stall aus-gebracht Neben der Übertragung von Krankheiten werden vor allem die Hühner selbst durch den Befall mit der Roten Vogelmilbe geschwächt und leiden immens. Die Lege-leistung Hühnern zu finden. Der Nachweis kann durch eine Nachtinspektion oder durch eine Probenentnahme aus Fugen und Ritzen geführt werden. Um die Tiergesundheit und die Leistungen hoch zu halten, ist es sehr wichtig, diesen Schädling zu bekämpfen. In den vergange-nen werden. und die Eierqualität verschlechtern sich nachweislich. Leicht erkennbar ist ein Milbenbefall durch leichte schwarze Punkte auf der äußeren Eierschale. Jahren hat sich die Milbenbekämpfung der Vergangenheit nicht effektiv bekämpfen können, obwohl sehr viel Zeit und Geld dafür aufgebracht wurde. Als eine sehr gute Alternative zur Bekämp-fung jedoch als großes Problem dargestellt. Auf der einen Seite sind sehr viele Wirkstoffe für den Einsatz gegen Milben (z.B. Chlor-pyriphos) Vielen Legehennenhaltern bereitet die Milbenbelastung große Probleme. Trotz aller Desinfektions- und Hygienemaßnahmen taucht sie innerhalb kürzester Zeit in den Ställen auf und bringt Unruhe in den Le-gehennenbestand. aufgrund der Biozidverordnung der Milben haben sich in den vergan-genen Jahren Stäubepulver auf Basis von nicht mehr zulässig und auf der anderen Seite haben die Milben gegen viele übrig gebliebene akarizide Wirkstoffe Resistenzen entwickelt. Kieselsäuren (Siliziumdioxid) etabliert. In der Praxis werden vor allem natürliche und syn-thetische Die Milben befallen die Hennen meistens nachts, saugen kurz Blut und ziehen sich danach wieder in Ritzen und Spalten zurück. amorphe Kieselsäuren eingesetzt. Synthetische Kieselsäuren weisen überwie-gend Die schnelle Resistenzentwicklung gegen z.B. Akarizide auf Basis von Pyrethroiden ist höchstwahrscheinlich auf die vielen notwendigen Anwendungen zurückzufüh-ren. einen sehr hohen Siliziumdioxidgehalt von über 80 Prozent auf. Menschen auch gefährdet Ersatzwirte wie andere Säugetiere oder Menschen können auch befallen werden. In den Ställen greift eine hohe Milbenbelas-tung Keine Resistenzen Die Wirkung der amorphen Silikatprodukte beruht auf einem physikalischen Wirkme-chanismus. Klassische pyrethroidhaltige Sprühmittel haben in der Regel nur eine Kurzzeitwir-kung. auch die Gesundheit des Personals an. Larven, die erst einige Tage nach Die Wachsschicht der Insekten Einige Menschen ziehen sogar die Milben regelrecht an. Eine Vermehrung ist jedoch einer Behandlung schlüpfen, werden nicht erreicht. Viele Betriebe haben die Milben in wird beschädigt. In der Folge tritt ein Wasserverlust auf und die Milben trocknen 24 FuttermittelAGRAVIS aktuell 3/2011